Stationen: Volkstanz- und Tanzschriftkongreß
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Wilhelm Fraenger wurde nach dem Tod von Adolf Spamer Vorstandsmitglied im gesamtdeutschen "Verband der Vereine für deutsche Volkskunde" mit Sitz in Stuttgart, dem seit 1952 auch das Institut für deutsche Volkskunde an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin angehörte. Die anfangs gute Zusammenarbeit zwischen West und Ost in der Volkskunde wich vor dem Hintergrund des Kalten Krieges bald einer Situation zunehmender Konfrontation und Konkurrenz, in die auch Wilhelm Fraenger als Vorstandsmitglied im gesamtdeutschen Verband und als stellvertretender Direktor des Ostberliner Instituts involviert wurde.

1955 wurde Fraenger mit der Organisation des 11. Deutschen Volkskundetags betraut, für den als Tagungsort Dresden gewählt worden war. Aufgrund politischer Spannungen, die sich durch den Ungarn-Aufstand im Oktober 1956 noch verschärften, wurde diese gesamtdeutsche Tagung jedoch abgesagt.

Als Ersatz plante Fraenger einen Kongreß in Dresden, der ganz dem Thema Tanzschrift gewidmet war. Die von Rudolf von Laban (1879-1958) entwickelte Tanzschrift (Kinetographie) stellt ein System für die Aufzeichnung von Tanzbewegungen dar, das sich gleichermaßen für klassischen wie für modernen Tanz eignet. Bereits 1955 hatte Fraenger Kontakt zu dem an der Folkwangschule in Essen tätigen Kinetographen Albrecht Knust aufgenommen, um ihn als Referenten zu gewinnen. Der Kontakt zu ihm lief im Vorfeld des Kongresses über Ingeborg Baier-Fraenger, die 1957 an der Folkwangschule studierte. Knust erhielt die Genehmigung, als Privatperson zu dem Kongreß nach Dresden zu reisen, der vom 1. bis 4. Oktober stattfand. Ingeborg Baier-Fraenger bezeichnete ihn als "Meilenstein in der Verbreitung der Kinetographie".

Als Tagungsort stellte Gret Palucca dem Kongreß ihre Tanzakademie zur Verfügung. Rudolf von Laban, der aufgrund einer schweren Krankheit nicht teilnehmen konnte, äußerte sich in einem Brief an Fraenger sehr positiv über dessen Bemühungen um die Kinetographie. Die rund 60 Fachleute, die an der Tagung teilnahmen, kamen aus Bulgarien, der BRD, der DDR, England, Jugoslawien, Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei und Ungarn. Nach fünftägiger Diskussion entschieden sie sich einstimmig für eine Einführung der von Laban entwickelten Kinetographie für die Notierung und wissenschaftliche Auswertung von Volkstänzen. Das allgemeine Interesse an dem Kongreß bewirkte außerdem, daß sich Schüler aus vielen verschiedenen Ländern bei Albrecht Knust anmeldeten.

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