Fraenger, 1938 in Herrenalb

„Fraenger zu zitieren, um seine Sprache zu veranschaulichen, wäre fast so müßig wie das Herausbrechen von einzelnen Steinchen aus der goldenen Aura in einem Ravenna-Mosaik“

Carl Zuckmayer, 1975

Wilhelm Fraenger

 

Der Kulturhistoriker Wilhelm Fraenger (1890 – 1964) hat sich vor allem als Interpret von Hieronymus Bosch, Matthias Grünewald und Jörg Ratgeb einen Namen gemacht. 
Seine geistreichen Deutungen, geprägt von umfassender Bildung und formuliert in außergewöhnlich bildhafter Sprache, weisen ihn als einen originellen Kreuz- und Querdenker aus, der die Grenzen der Fachwissenschaften sprengt.

Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft, Volkskunde und Sozialgeschichte – Fraengers unterschiedliche Blickwinkel spiegeln seine vielfältigen Interessen wider. Diese umfassen neben der nordischen Renaissance auch den Symbolismus und die Moderne des 20. Jahrhunderts. Dabei rückt Fraenger Randerscheinungen wie Ernst Kreidolf ebenso ins Bild wie die Neuruppiner Bilderbögen und weitere Hervorbringungen der Volkskunst.

Veranstaltungen

„Hotel Dellbrück“-Lesung mit Michael Göring

14. + 15.09.2019 | Im Roman „Hotel Dellbrück“ geht es um Emigration, um Identität und um Heimat, auch und vor allem um geistige Heimat. Der Protagonist, Sigmund Rosenbaum, flieht im Dezember 1938 mit einem der ersten Kindertransporte als jüdischer Waisenjunge aus Deutschland nach England.

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„Bei uns nichts Neues“ von Shimon Lev (Film)

27.09.2018 | Der Dokumentarfilm „Bei uns nichts Neues“ erzählt die dramatischen Ereignisse anhand von 24 der insgesamt 60 Briefe und Rot-Kreuz-Telegramme, welche die Eltern Erna und Nuchem Löw und Liane zwischen 1940 und 1943 aus Berlin an Willy schreiben. Liane und ihre Eltern werden am 17.Mai 1943, als letzte jüdische Familie in der Thomasiusstraße, nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Willy ist der einzige Überlebende der Familie.

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Weggefährten

Für Wilhelm Fraenger waren persönliche Beziehungen zu Gleichgesinnten, Kollegen und Freunden ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Einige waren nur für kurze Zeit Fraengers Weggefährten, mit anderen erhielt sich eine intensive Freundschaft über Jahrzehnte. Der Austausch mit Kollegen und Freunden aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen und Berufen wirkte sich anregend auf seine fächerübergreifenden Forschungen aus. mehr lesen

Wilhelm Fraenger, Gustel Fraenger und Ali Lichtenstein, von Ali Lichtenstein 1922

Werkverzeichnis

„Nicht die konträren Pole von Volks- und Hochkultur sind das Wesentliche, sondern der Lichtbogen, der zwischen beiden sich entzündet.“ (W. Hansen, Deutsches Jahrbuch für Volkskunde, 1961.) Mit genau diesem Lichtbogen umreißt Hansen das weite Spektrum des Fraengerschen Werks: Kunstgeschichte, Volkskunde, Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Tanzgeschichte, Theatergeschichte, Zeitgeschichte … mehr lesen

Stationen

Wilhelm Fraengers Leben zeichnete sich durch eine Fülle ganz unterschiedlicher Betätigungen und Arbeitsschwerpunkte aus. Neben seinen kunsthistorischen und volkskundlichen Studien, denen er sich als Privatgelehrter zeit seines Lebens mit Leidenschaft widmete, war er Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen. Ferner arbeitete er im Bibliothekswesen und beim Runfunk und engagierte sich maßgeblich in kulturellen Vereinigungen.  mehr lesen

Walter Felsenstein, Wilhelm Fraenger, Heinrich George im Schillertheater, Berlin 1938_1939

Kontakt

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Wilhelm-Fraenger-Gesellschaft e.V.

c/o. Wolfgang Hempel

Im Pantel 2
76571 Gaggenau
E-mail: info@fraenger.net